12. Kapitel - Eine neue Spur? u. 13. Kapitel - Alles gelogen!

 
12. Kapitel - Eine neue Spur?

"Und nun?", fragt Tatiana unsicher und stampfte leicht auf den Boden, "wie soll es jetzt weitergehen?" "Jetzt mischen wir uns am Besten erstmal unters Volk und befragen ein paar Leute, ob sie Gimitri..." "Er heißt Dimitri...", unterbrach Tatiana Aisha und zwinkert ihr zu. "Wie auch immer, ob sie Dimitri gesehen haben oder irgendwas über die Zombies wissen." meint Aisha bestimmt und deutet in Richtung Tür. "Aber wie sollen wir die Leute ansprechen? Hallo, haben sie hier irgendwo Zombies rumlaufen sehen?", wundert sich Tatiana. Dabei kann sie sich das Grinsen nicht verkneifen. "Warum auch nicht?", lacht Aisha und stolziert durch den Ausgang.



Nur eine Viertelstunde später stehen die beiden Freundinen auch schon auf dem Markt und beobachten die Leute, um sich potenzielle "Opfer" zu erwählen. "Die Frau da hinten finde ich etwas seltsam... Sie tut irgendwie so... verheimlichend", flüstert Tatiana ihrer Freundin zu. Aisha nickte. "Dann frag sie mal. Wenn sie etwas zu verbergen hat, wirst du es schon merken. Ich knöpf mir solange mal den Schlangenbeschwörer vor."



"Entschuldigen Sie bitte, gnädige Frau", setzt Tatiana an, "ich muss sie dringend etwas fragen. Es geht um meinen Bruder. Er wurde entführt" "So?", unterbricht die Frau unhöflich und formt ihre Augen zu Schlitzen. "Ich habe leider überhaupt keine Zeit und äh... ich muss dringend weg. Wirklich dringend.", meint sie stotternd. "Moment mal... Sie wissen doch etwas! Haben Sie mit den Zombies zu tun?!" Tatiana wird sauer und stampft auf den Boden. "Sagen Sie es! Spucken Sie es aus! Aber hurtig!", brüllt sie die junge Frau an. Die Frau tritt einen Schritt zurück und spricht mit drohender Stimme: "Nehm dich vor dem Fluch der Mumie in Acht, kleines Mädchen!" Nachdem sie dies gesprochen hat, rennt sie weg. "Aber halt! Stopp! Was meinen Sie?!", ruft Tatiana ihr hinterher, doch sie erhält keine Antwort. Die Frau ist weg.



Traurig läuft Tatiana ein paar Schritte. Sie wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Plötzlich klingelt ihr Handy. Nanu? Wer könnte das sein?
Tatiana hebt ab und sogleich meldet sich eine weibliche Stimme mit den Worten: "Ich weiß, wer deinen Bruder hat. Komm zum Palast der Königin Hatschepsut, dort warte ich auf dich. Und komm ALLEINE!" Noch bevor Tatiana etwas entgegnen kann, hat diese Stimme auch wieder aufgelegt. Dem Mädchen bleibt nun wohl oder übel nichts anderen mehr übrig, als sich zum Palast Hatschepsuts zu begeben.



Als sie den Palast betritt, sieht sie einen langgestreckten Teppich, an dessen Fuße ein Tisch steht. An diesem Tisch sitzt eine Frau. Eine weißhaarige Frau. Doch man sieht sie nur von hinten. Tatiana läuft auf den Tisch zu als die Frau plötzlich ruft: "Stopp! Du bist nun nahgenug. Meine Identität bleibt geheim, damit das schonmal klar ist." Sie hält einen Moment inne. "Wie am Telefon gesagt, weiß ich etwas über deinen Bruder. Ich habe ihn mit einer Frau gesehen. Und ob du es glaubst oder nicht: Du kennst diese Frau. Du kennst sie sogar sehr gut. Du glaubst, ihr wärt Freunde. Dabei hat sie dich nur schamlos hintergangen. Die Frau in dem Laden, die dich hat übernachten lassen, sie ist die Böse."
"Einen Moment mal...", stottert Tatiana, "woher wissen Sie das alles? Und woher haben Sie meine Handynummer? Und...", wollte sie weiterfragen, doch die weißhaarige Frau unterbricht sie erneut. "Ich weiß mehr als du vielleicht denken magst, Tatiana. Und nun, gehe mir aus den Augen!"

13. Kapitel - Alles gelogen!



"Sie hat mich die ganze Zeit nur betrogen?", denkt Tatiana nach, nachdem die mysteriöse Frau sie hat rausbringen lassen. "Aber sie war doch eigentlich immer so nett zu mir... Sie kann doch nicht einfach..." - Tatiana ist einfach nur verwirrt. Sie denkt nach und denkt nach und kommt einfach zu keinem Ende. "Sie war so nett... Genau! Sie war so nett! Sie war so nett zu mir, damit ich auch nicht auf die Idee komme, dass sie es gewesen sein könnte! Ja, das ist es!", ruft Tatiana freudestrahlend in die weite Wüste und hat dabei ein Lächeln auf den Lippen wie eine Mumie in einem Klopapier-Lagerungshaus. Doch ihre Miene verfinstert sich auch schnell wieder.


Wütend stampft sie durch den Sand und macht sich auf den Weg in Richtung Marktplatz. Schnurstracks läuft sie auf den Relikte-Laden zu, indem die Frau ohne Namen arbeitet. "Wie konnten Sie nur?", herrscht Tatiana sie an und muss sich bemühen ihre Fäuste nicht zu gebrauchen. "Wo haben Sie meinen Bruder? Was haben Sie gemacht? Und warum? Sie sind der allerletzte Abschaum!", brüllt Tatiana leicht verheult weiter, während die Frau sie nur mit einem entsetzen Blick anstarrte. Nachdem Tatiana ihre Verhaltenspredigt beendet hat, schaut die Kassiererin sie mit einem düsteren Blick an. "Wenn du denkst, dass ich zu soetwas im Stande bin, brauchst du auch nicht mehr bei mir zu übernachten. Außerdem fordere ich dich hiermit auf, meinen Laden sofort zu verlassen!"



Wiederwillig und niedergeschlagen verlässt Tatiana das Geschäft. Vor der Tür wartet Aisha auch schon. "Was hast du denn jetzt gemacht?", fragt sie besorgt und sieht, wie niedergeschlagen Tatiana zu sein scheint. "Eine Frau hat mich angerufen und mir gesagt, dass ich herkommen soll. Und dann bin ich zu ihr hingegangen und sie erzählte mir, dass die Frau in dem Laden meinen Bruder hätte. Als ich sie zur Rede gestellt habe, stritt sie alles ab und hat mich rausgeschmissen.", erklärt Tatiana die Situation und schaut Aisha beschämt an. "Die lügt doch wie gedruckt!", ruft Aisha und ballt ihre Fäuste. "Aber wir können es ihr nicht nachweisen. Wir müssen Nachforschungen anstellen. Komm, folge mir!"



Die Beiden gehen in die Buchhandlung. Beide schnappen sich das nächste Buch über Mumien und lesen. Ungefähr alle 5 Minuten fragen sie sich gegenseitig, ob der Andere schon etwas gefunden hätte und versinken anschließend wieder in ihren Büchern. "Das wird so nichts!", meint Tatiana verzweifelt und schlägt das nächste Buch auf. "Nur durch Bücher kommen wir nicht weiter!"



Aisha steht von ihrem Platz auf und läuft auf Tatiana zu. "Ich muss dir etwas sagen", flüstert sie nervös. "Was ist denn...?", setzt Tatiana an, doch Aisha unterbricht sie. "Nein, stopp. Bevor du irgendetwas sagst: Lass mich bitte ausreden. Es fällt mir jetzt wirklich schwer, dir das zu sagen, aber...", sie stockte. "Ich weiß, wer deinen Bruder hat und der Verbrecher und dass ich eingesperrt war, es war alles insziniert. Diese Frau, die dir gesagt hat, dass die Verkäufer-Tusse deinen Bruder hat, sie ist meine Auftragsgeberin. Ich sollte mich mit dir anfreunden um mehr über dich und deine Absichten herauszufinden, damit sie rechtzeitig reagieren kann. Doch je mehr Zeit ich mit dir verbracht habe, desto stärker wurden meine freundschaftlichen Gefühle zu dir und es wurde immer schwierig für mich und mein Gewissen, dich zu hintergehen. Es tut mir so furchtbar leid!", erklärt sie.
"Du?!", brüllt Tatiana ihre ehemals beste Freundin an, "wie konntest du nur? Ich habe dir vertraut, ich dachte wir wären Freundinen? Woher soll ich wissen, dass du mich nicht wieder hintergehst?! Ich will dich nie wieder sehen!", schreit und weint Tatiana gleichzeitig und kehrt Aisha den Rücken zu. "Ich helfe dir, deinen Bruder zu finden und wieder Ordnung in deine Familie zu bringen! Es tut mir so leid! Bitte verzeih mir, ich will dir wirklich helfen! Ich, ich... Ich werde falsche Informationen an meine Auftraggeberin Olivia Speck weitergeben und versuchen herauszufinden wo dein Bruder ist, ich werde alles tun!", fleht Aisha. "Wirklich alles?", fragt Tati nochmal nach. "Alles.", antwortet Aisha bestimmt.



Doch die Beiden ahnen nicht, dass sich bereits das nächste Unheil abzeichnet...



24.8.10 15:03
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen

Gratis bloggen bei
myblog.de